Leinenführung
Das große Ziel der meisten Hundebesitzer ist es, mit ihrem Vierbeiner an lockerer Leine durch die Straßen zu laufen. Doch eine gute Leinenführung verlangt viel Training, den besonders junge Hunde neigen dazu an der Leine zu ziehen. Deshalb erkläre ich dir in diesem Artikel, wie du die Leinenführung mit deinem Hund Schritt-für-Schritt aufbaust. Um in Zukunft entspannte Spaziergänge genießen zu können.
Es gibt verschiedene Methoden einem Hund die Leinenführung beizubringen. Ich zeige dir hier drei Methoden für eine gute Leinenführung. Dabei eignet sich nicht jede Methode für jeden Vierbeiner. Es kommt sehr auf den Charakter deines Hundes an. Zusätzlich solltest du beachten, das ein Training viel Zeit in Anspruch nimmt (meist mehrere Wochen) und das eine gute Leinenführung nicht gleichzusetzen ist mit dem klassischen Fußlaufen aus der Unterordnung.
Solltest du trotz der Tipps noch Fragen oder Hilfe beim Training benötigen, ziehe einen Hundetrainer oder eine Hundeschule hinzu. Ich stehe dir gerne beim Training zur Seite, meine Kontaktdaten findest du unter dem Reiter Kontakte.
Methode 1: Leinenführung mithilfe eines Markers.
Diese Methode eignet sich sehr gut bei Hunden, die eine hohe Futtermotivation haben. Hierbei wird Belohnt, wenn dein Vierbeiner aufmerksam neben dir läuft, mithilfe eines zuvor auf trainiertes Markerwortes. Dadurch lernt der Hund, dass es sich lohnt in deiner Nähe zu sein und wird dich nicht mehr beim Spazieren ausblenden und an lockerer Leine neben dir laufen.
Schritt 1:
Vor dem eigentlichen Training an der Leine, ist es zunächst wichtig, deinem Hund ein sogenanntes Makerwort beizubringen. Ein Makerwort hat die selbe Wirkung wie ein Clicker. Es dient als zeitnahe Belohnung und Verstärkung einer positiven Einstellung deines Hundes zum Training.
Um ein Makerwort aufzubauen übst du zunächst in einer reizarmen Umgebung. Idealerweise bei dir zu Hause. Du brauchst hierfür nur deinen Hund und viele Leckerlis, die dein Hund besonders gerne mag. Setze dich am besten zu deinem Hund auf den Boden, nimm ein Leckerli in die Hand und gib deinem Hund das Leckerli 0,5 sec. nach dem gewählten Makerwort. Beispielsweise dem Wort „Yes“, Wiederhole das mehrere male und mach anschließend eine Pause. Wiederhole diese Übung, bis dein Hund das Wort mit der Belohnung verbindet und das Wort die gleiche Stellung hat wie die Belohnung. Dabei ist es wichtig, die Übung erst in einer reizarmen Umgebung zu machen und dann langsam auch in anderen Situationen üben.
Schritt 2:
Sobald das Makerwort sicher aufgebaut ist, kann das eigentliche Leinentraining beginnen. Such dir eine ruhige Umgebung ohne große Ablenkungen. Eventuell auch zuerst in deinem Garten oder in einem eingezäunten Grundstück.
Nimm eine längere Leine, etwa eine zwei Meter Leine. Jedes mal wenn dein Hund zu dir Blick oder gerade auf deiner Höhe läuft, nutzt du dein Makerwort zur Bestätigung und belohnst deinen Hund zusätzlich durch ein Leckerli. Wenn dein Hund wieder von dir weggeht oder zieht ignorierst du ihn (schenke ihm keine Aufmerksamkeit, den diese ist auch eine Form der Belohnung) und sobald er sich wieder an dir orientiert oder auch nur durch Zufall neben dir läuft kommt wieder das Makerwort. Auf diese weise soll deinem Hund klar lernen, welches Verhalten sich für ihn lohnt und welches nicht.
Schritt 3:
Sobald du das Gefühl hast, dass dein Hund nun vermehrt zu dir kommt und erste Schritte auf deiner Höhe läuft, warte einen Moment mit dem Makerwort und gehe ein paar Schritte mit deinem Hund an deiner Seite. Diese Strecke musst du langsam immer länger ziehen und die wirst feststellen, dass dein Hund immer länger ruhig neben dir läuft und dich ansieht.
Sobald die Übung in einer ablenkungsfreien Umgebung klappt, kann das Training langsam auch mit Ablenkungen wiederholt werden. Steigere dabei die Ablenkungen nur langsam.
Methode 2 Abrupter Richtungswechsel
Der abrupte Richtungswechsel ist besonders bei sehr aktiven und nach außen orientierten Hunden erfolgreich. Da sie ihr Ziel durch den ständigen Richtungswechsel nicht erreichen, sind sie gezwungen mehr auf dich und deine Körpersprache zu achten. Dein Hund wird ruhiger und aufmerksamer bei den Spaziergängen, wenn du ihn zusätzlich für das korrekte Verhalten belohnst.
Schritt 1:
Such dir eine ruhige Umgebung mit wenig Ablenkung, nimm eine lange Leine mit, am besten eine drei Meter Leine. Lauf los und sobald dein Hund dich überholt, drehst du dich um ohne etwas zu sagen und läufst in die entgegengesetzte Richtung. Dein Hund wird verwundert mit umdrehen und dich vermutlich direkt wieder überholen, dann drehst du dich wieder um und gehst in die andere Richtung. Das wiederholst du solange bis dein Hund das erste mal nicht an dir vorbei schießt sondern auf deiner Höhe bleibt oder dich mal ansieht. Dies belohnst du sofort.
Schritt 2:
Wenn dein Hund auf deiner Höhe ist und dich ansieht, bekommt er eine Belohnung, bleibt er daraufhin auf deiner Höhe, bestätige dies weiterhin. Ziehe die Übung aber nicht zu lange, sondern gibt deinen Hund mit einer Handbewegung und einem Signal wie dem Wort „Lauf“ frei. Er darf dann erst mal wieder so laufen wie er möchte. Dadurch hast du in deinem Training keine negativen Lernerfahrungen bei denen dein Hund gewinnt, indem er deine Anweisungen ignoriert.
Schritt 3:
Dehne das Laufen an lockerer Leine immer weiter aus.
Methode 3 Stehenbleiben bei gespannter Leine
Diese Methode ist vor allem bei Hunden erfolgreich, die beim Spaziergang immer mit der Nase auf dem Boden einer Spur nachgehen und nicht auf ihren Menschen achten.
Durch das Stehenbleiben kann der Hund sein Ziel, wie beispielsweise eine spannende Stelle zum Schnüffeln nicht erreichen und er lernt, dass er nur an sein Ziel kommt, wenn er sich an dir orientiert und langsam läuft.
Bei dieser Methode gibt es nur einen Trainingsschritt zu beachten. Daher ist die Methode zwar einfach, erfordert jedoch die größte Geduld.
Doch es wird sich lohnen und deine Spaziergänge mit deinem Hund viel angenehmer machen. Nimm dir für den Spaziergang viel Zeit, den für dieses Training brauchst du Geduld. Nimm eine Leine die etwa zwei Meter lang ist und sobald die Leine gespannt ist, bleibst du abrupt stehen. Wichtig dabei ist, dein Hund nicht zurückzuziehen und auch nicht auf ihn einredest. Du wartest einfach, bis dein Hund sich dir zuwendet oder sogar einen schritt zurück macht. Dann läufst du weiter. Zieht dein wieder, bleibst du wieder stehen und wartest. Dabei kann es sein, dass dein Hund zunächst stur sein will und weiter versucht an sein Ziel zu kommen, habe einfach Geduld.
Wiederhole das Training bis dein Hund wirklich verstanden hat, dass er nur vorankommt, solange die Leine locker ist.
Alle Methoden können auch kombiniert werden.